Sanierungsgebiet Stuttgart 28 Bismarckstraße
Der Stuttgarter Westen soll an Lebensqualität gewinnen. Der Kernbereich zwischen Bismarckplatz und Johannesstraße, Schlossstraße und Ludwigstraße ist 2013 als Sanierungsgebiet ausgewiesen worden. Ziel ist die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in diesem Quartier. Dazu können Sie beitragen, denn im Rahmen einer offenen Bürgerbeteiligung besteht für jeden die Möglichkeit, an diesem Prozess teilzunehmen.
Die Bürgerbeteiligung wird vom ehrenamtlichen "Forum lebendiger Westen" (FLW) begleitet, vom Büro für Kommunikation und Projektsteuereung GRiPS koordiniert und moderiert, sowie vom Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung der Landeshauptstadt gesteuert. Das Sanierungsgebiet besitzt drei große, öffentliche Flächen, zu denen jeweils ein Beteiligungsverfahren durchgeführt wird: **Die Elisabethenanlage**, **den Bismarckplatz** und den **Park am Gesundheitsamt**. Weitere angedachte Projekte sind die **Bebelstraße 9 (Tankstelle)**, **die Johannesstraße**, **die Kreuzung Senefelder-/Leuschnerstraße** sowie die Neugestaltung des Umfeldes am **Olga-Areal**.
### Die Ziele
Schon 2009 hat der Gemeinderat beschlossen, das Gebiet Stuttgart 28 untersuchen zu lassen. Da die Fördermittel für die Sanierung begrenzt sind, griff der Gemeinderat zunächst nur einen Teil des untersuchten Gebiets heraus. Als "Stuttgart 28 -Bismarckstraße-" wurde dieser Bereich in das Bund-Länder-Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" aufgenommen. Seit 1. August 2013 gilt nun die Sanierungssatzung, die folgende Ziele hat:
- Stärkung der Wohnfunktion durch Erhaltung des vorhandenen (Miet-) Wohnraums und Bereitstellung eines ergänzenden Wohnungsangebots für spezielle Nachfragebedarfe, wie zum Beispiel familien- und seniorengerechte Wohnungen
- Städtebauliche Verbesserung der Blockinnenbereiche durch partielle Entkernung und Entsiegelung; Neuordnung unter Beachtung der gewachsenen Strukturen
- Entsiegelung von Flächen im öffentlichen Raum zur Erhaltung und Schaffung von attraktiven Aufenthaltsbereichen
- Erhalt der umfassenden Versorgungsfunktion von Einzelhandel, Dienstleistungen, wohnverträglichem Gewerbe sowie kulturellen Einrichtungen
- Verbesserung des Kinderbetreuungsangebots
- Verbesserung der Parkierungssituation, insbesondere für Quartiersbewohner und Betriebe
- Verbesserung von Grünflächen und begrünten Freiflächen, Lösung von Konflikten zwischen einzelnen Nutzergruppen
- Funktionsverbesserung und Gestaltung von Straßen- und Platzräumen
**Weitere Informationen zum Sanierungsgebiet und den Einzelprojekten finden Sie auf** [**www.lebendiger-westen.de**](http://www.lebendiger-westen.de)**.**
### Bürgerbeteiligung am Bismarckplatz
Der Bismarckplatz spielt bei der Bürgerbeteiligung eine zentrale Rolle. Was soll verändert werden, damit Sie sich dort wohler fühlen? Wie kann die Verkehrssituation verbessert werden?
Für Interessierte bestand die Möglichkeit, bei der offenen Bürgerbeteiligung mitzumachen - hier auf dieser Internetseite oder über das "Forum Lebendiger Westen" (FLW), eine Bürgerinitiative zum Sanierungsgebiet Stuttgart 28, die mit dem Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung zusammenarbeitet. Im FLW engagierte sich bis Ende 2015 auch das Eltern-Kind-Zentrum (EKiZ) in der Ludwigstraße 41-43 in Stuttgart. Im Sommer 2016 wurde das Format der "Modularen Stadtteilassistenz" für die Begleitung und Unterstützung der Bürgerbeteiligung eingerichtet. Hierfür wurde das Büro GRiPS von Ute Kinn beauftragt. Sie moderierte unter anderem verschiedene Veranstaltungen und war Ansprechpartnerin für alle Bürgerinnen und Bürger.
### Was passiert mit den Ideen?
Eingegangene Vorschläge wurden von der Projektgruppe Bismarckplatz des "Forums Lebendiger Westen" (FLW) geordnet und zusammengefasst. Anschließend hat das Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung der Landeshauptstadt Stuttgart die Ergebnisse der Projektgruppe geprüft und in die Aufgabenstellung für einen städtebaulichen Wettbewerb eingearbeitet. An der Erarbeitung der Aufgabenstellung konnten sich in regelmäßigen Abständen auch interessierte Bürger beteiligen. Der Wettbewerb startete 2017. Nach Beendigung des Wettbewerbs soll es noch einmal eine Beteiligungsphase zu konkreten Umsetzungsfragen geben.
### Beschluss des Wasserkonzepts am Bismarckplatz
Seit dem Wettbewerb zur Umgestaltung des Platzes 2017 haben die Anforderungen des Klimawandels und der Klimaanpassung erheblichen Einfluss auf die Planung genommen.
So sind mittlerweile fast überall entsiegelte oder zumindest wasserdurchlässige Flächen vorgesehen. Die Verschattung wird durch zusätzliche Bäume verbessert, ebenso die Verdunstung. Das Niederschlagswasser wird gespeichert und zur Bewässerung der Vegetation genutzt. Die Kosten der Umgestaltung sind durch diese ergänzenden Maßnahmen deutlich gestiegen. Sie wurden mit Beschluss des Gemeinderats im Juni 2024 freigegeben.
Das ausführliche Wasserkonzept finden Sie hier.
### Bürgerbeteiligung zum Verkehrsversuch
Die Umgestaltung des Bismarckplatzes ist das wichtigste Projekt des Sanierungsgebiets Stuttgart 28 -Bismarckstraße-. Im Westen gibt es zu den Plänen viel Zustimmung, aber auch Skepsis. Deshalb sollen die Auswirkungen der geplanten Veränderungen in einem Verkehrsversuch vorab geklärt werden. Hierzu werden die geplanten, baulichen Maßnahmen provisorisch hergestellt, und es wird während dieser Versuchsphase geprüft, wo die Planung noch angepasst werden muss. Außerdem wird untersucht, ob die Planung Auswirkungen auf Lärmschutz und Luftreinhaltung hat.
Der Verkehrsversuch begann am 21. November 2020 (Samstag) und sollte ursprünglich drei Monate dauern. Nach der anschließenden Evaluation und deren Auswertung werden die provisorischen, baulichen Maßnahmen bis zu einem dauerhaften Umbau zunächst beibehalten. Der Versuch sollte dann in eine Interimsphase bis zur eigentlichen Umgestaltung des Platzes übergehen.
Folgende Provisorien wurden im Bereich des Bismarckplatzes ab 2. November sukzessive eingerichtet:
- Verengung der Schwabstraße auf zwei Fahrspuren, bauliche Abtrennung mit "Frankfurter Hüten"
- Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h
- Verschiebung der westlichen Bushaltestelle in den Süden (Richtung Café Fragola), neue Busborde bei beiden Bushaltestellen
- Sperrung Abschnitt der Bismarckstraße zwischen Schwabstraße und Vogelsangstraße mittels Absperrschranken
- Verlagerung Taxistellplätze von Bismarckstraße in Schwabstraße (nördlich)
- Abbiegespur der Schwabstraße in die Bebelstraße wird verlängert.
Der Versuch hat keine Auswirkungen auf die bestehende Busführung und auf die Ampelüberquerungen. Der Wochenmarkt auf dem Vorplatz der Kirche Sankt Elisabeth findet unverändert statt.
### Ihre Rückmeldungen sind uns wichtig
Die Bürgerinnen und Bürger konnten ihre Beobachtungen während der Testphase beitragen. Dies war sowohl hier online auf dem Beteiligungsportal mit einer Interaktiven Karte als auch analog möglich. Das Amt für Stadtplanung und Wohnen hatte ein für die analoge Beteiligung einen Beurteilungsbogen für ein Benutzertagebuch zum Bismarckplatz entworfen. Hier konnten Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Nutzergruppen vom 1. bis 15. Dezember 2020 festhalten, was ihnen während der Versuchsphase auffällt. Der Versuch begann am 1. Dezember 2020 und sollte ursprünglich bis Ende Februar laufen, wurde aber noch einmal voraussichtlich bis Ende März verlängert werden.
Die Auswertung der Bürgerbeobachtungen soll in die weitere Planung für die Umgestaltung des Bismarckplatzes eingearbeitet werden und in einem Abschlusstermin ("Platzgespräch") nach dem dreimonatigen Versuch im Frühjahr 2021 diskutiert werden. Wir sind gespannt auf Ihre Rückmeldungen und freuen uns über eine rege Teilnahme.
### Kommunales Grünprogramm - Urbane Gärten
Das Mobile Grüne Zimmer lud zum Verweilen ein und informiert über die aktuellen Förderprogramme "Urbanes Grün". Möglich wird das durch den Verkehsversuch, der im abgesperrten Bereich genugend Raum bietet. In den kommenden Wochen zeigt das Mobile Grüne Zimmer beispielhaft, wie eine Begrünung die Artenvielfalt fördern, die Umgebung positiv verändern und einen angenehmen Wohlfühlort selbst auf engstem Raum schaffen kann.
Bei einer kurzen Pause am Mobilen Grünen Zimmer wird das lebendige Grün und die angenehm kühlende Wirkung der Bepflanzung spürbar. Das Grüne Zimmer, eine kompakte Pflanzeninsel, zeigt anschaulich, wie Fassaden und Dächer so genutzt werden können, dass Flächen mit Aufenthaltsqualität entstehen, die zugleich das Stadtklima verbessern, an heißen Tagen Schatten spenden und einen Beitrag für die Artenvielfalt leisten.
Für Bürgerinnen und Bürger, die auf Grund dieser Erfahrung den Wunsch haben, die Vorteile im eigenen häuslichen Umfeld zu genießen und eine Fassade oder ein Dach zu begrünen, eine asphaltierte Fläche zu entsiegeln oder einen Sitzplatz inmitten von blühenden Stauden und Gehölzen anzulegen, erläutern zwei Infotafeln an der grünen Oase die beiden städtischen Förderprogramme für mehr Grün.
Das Förderprogramm "Urbane Gärten" unterstützt finanziell die Anlage und den Erhalt urbaner Gemeinschaftsgärten. Das "Stuttgarter Grünprogramm" fördert Dach- und Fassadenbegrünungen sowie Entsiegelungen und artenreiche Begrünungen. Für Aufwertungsmaßnahmen kann ein Zuschuss bei der Stadt in Höhe von bis zu 10.000 Euro beantragt werden, in Talkessellage und für umfangreiche Begrünungsmaßnahmen liegt die Förderobergrenze bei 30.000 Euro je Maßnahme und bei 45.000 Euro je Grundstück. Jährlich stehen 250.000 Euro für private Aufwertungsprojekte und die Anlage von "Urbanen Gärten" bereit, um Begrünungsmaßnahmen für den Arten- und Klimaschutz zu fördern.
Weitere Informationen und Beratung zu den Förderprogrammen "Urbanes Grün" sind beim Amt für Stadtplanung und Wohnen, E-Mail [urbanes.gruen@stuttgart.de](mailto:urbanes.gruen@stuttgart.de) und [urbane.gaerten@stuttgart.de](mailto:urbane.gaerten@stuttgart.de) erhältlich. Förderrichtlinien und -anträge können unter Förderprogramme Urbanes Grün heruntergeladen werden.
Stadtentwicklung, Stuttgart-West, Einwohnerinnen und Einwohner des Stadtbezirks, Laufendes Projekt
(Zwischen)-Ergebnisse der Bürgerbeteiligung zum Bismarckplatz
Hier finden Sie die Zusammenfassung der bisherigen Fortschritte und Informationen zum Vorhaben.