Neubau der Wilhelmsbrücke

Mit dem Neubau der Wilhelmsbrücke entsteht in Bad Cannstatt wieder ein attraktiver Verbindungsweg zwischen der Neckarvorstadt und dem historischen Stadtkern. Das moderne Bauwerk ersetzt die über 70 Jahre alte Stahlbrücke, die wegen starker Schäden nicht mehr sicher nutzbar ist. Die Fertigstellung ist für 2029 geplant. Die 1949 erbaute Wilhelmsbrücke ist wegen Korrosionsschäden nicht mehr sanierungsfähig. Der Gemeinderat hatte im Mai 2018 beschlossen, die Brücke im Rahmen eines Verkehrsversuchs für den Kfz-Verkehr zu sperren. Nachdem die Testphase erfolgreich verlief, soll die neue Wilhelmsbrücke als reine Geh- und Radwegbrücke dauerhaft eingerichtet werden. #### **Zwölf Ingenieurbüros reichten Entwürfe ein** Für den Neubau der Wilhelmsbrücke wurde im Dezember 2024 ein europaweiter Realisierungswettbewerb ausgelobt. Von Februar 2025 bis Juni 2025 haben zwölf Ingenieurbüros Entwürfe für die neue Wilhelmsbrücke ausgearbeitet. Eine technische Anforderung an das neue Bauwerk war, dass es moderne Standards im Brückenbau erfüllt. Architektonisch sollte der Neubau den historischen und kulturellen Wert des Neckarufers würdigen. Bei den Funktionen war entscheidend, dass die neue Wilhelmsbrücke Mobilität auf kurzen und barrierefreien Wegen ermöglicht, einen Ort für Begegnung und zum Verweilen schafft und nachhaltige Standards im Brückenbau erfüllt. Aus zwölf eingereichten Entwürfen für eine neue Wilhelmsbrücke in Bad Cannstatt hat das  Preisgericht am 18. Juli 2025 einen Siegerentwurf ermittelt. Die Arbeitsgemeinschaft Mayr, Ludescher und Partner, Beratende Ingenieure PartG mbB, und DKFS PartG mbB Architekten, Aachen, hat die Jury mit dem Entwurf einer Deckbrücke aus zwei Stahlhohlkastenquerschnitten überzeugt – und wurde zum Sieger des Ingenieurwettbewerbs gekürt. Der Entwurf überzeugte die Fachjury vor allem durch seine prägnante Gestaltung und Konstruktion: sowohl als Brückenbauwerk als auch für die Gestaltung des Neckarufers. #### **Zeitlicher Ablauf** Nach dem Realisierungswettbewerb im Sommer haben Ende 2025 die weiteren Planungsschritte begonnen. Mit der Inbetriebnahme der benachbarten  Behelfsbrücke anstelle der ehemaligen Rosensteinbrücke am 12. Dezember 2025 konnte die alte Wilhelmsbrücke wenige Tage später gesperrt werden. Der Rückbau ist für April 2027 vorgesehen. Ursprünglich sollte er im Sommer 2026 beginnen und bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Durch die fehlende Genehmigung des städtischen Haushalts konnte die Ausschreibung nicht im zweiten Quartal veröffentlicht werden. Somit ist der Rückbau innerhalb der Regelsperrung der Bundeswasserstraße im Oktober 2026 nicht mehr realisierbar und nun für den April 2027 terminiert. Der Neubau soll 2028 beginnen, sodass die Brücke voraussichtlich 2029 für den Verkehr freigegeben werden kann. #### **Technische Ausführung** Auf rund 80 Metern Länge erstreckt sich die neue Wilhelmsbrücke von der Kreuzung Brücken‐/Neckartalstraße in der Neckarvorstadt über den Fluss hin zum Thaddäus‐Troll‐Platz am Eingang zur Marktstraße. Die Brücke fügt sich schlicht, aber elegant und dynamisch in die historische Umgebung ein. Vor den Brückenköpfen geht sie harmonisch in die angrenzenden Räume über und wertet deren Erscheinungsbild auf. Die neue Wilhelmsbrücke wird in einer integralen Rahmenkonstruktion errichtet. Der Überbau besteht aus dichtgeschweißten Stahlhohlkästen. Die bestehenden Widerlagergründungen werden nachhaltig wiederverwertet. Neu hergestellt werden die zurückversetzten Auflagerbänke, Kammer‐ und Flügelwände.  Für Fahrradfahrer wird ein vier Meter breiter Radweg in der Mitte eingerichtet. Links und rechts davon verläuft der Fußweg auf einer Breite von rund 2,5 Metern, der sich an den beiden Brückenenden auf vier Meter ausdehnt. Die Spuren für Fußgänger und Radfahrer werden sichtbar voneinander getrennt. Außerdem wird die Brücke so konstruiert, dass sie auch Rettungsfahrzeuge überqueren können.

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