Villa Berg - Sanierungsgebiet S29 - Stöckach
### **Die Villa Berg: Ein offenes Haus für Musik und Mehr**
Die Villa Berg blickt auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück. Sie wurde Mitte des 19. Jahrhunderts als Sommersitz für das württembergisch-russische Königspaar Carl und Olga erbaut. Sie war 1857 Kulisse für des Zwei-Kaiser-Treffens und öffnete sich wiederholt an einem Tag im Jahr der Stuttgarter Bürgerschaft. Sie wurde 1915 städtisch und beherbergte Repräsentationsräume, die städtische Galerie und eine beliebte Gastronomie. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich das verkleinerte und entkernte Gebäude zu einem wichtigen Ort für Kultur und Medien: mit dem Sendezentrum des Süddeutschen Rundfunks, von vielen Stuttgarterinnen und Stuttgarter vor Ort begleitet.
Nach mehr als zehn Jahren Leerstand erwarb 2016 die Landeshauptstadt Stuttgart die Villa Berg samt Tiefgarage den zwischenzeitlich abgebrochenen Fernsehstudios – begleitet vom Engagement von über 3.000 Bürgerinnen und Bürgern. Die Stadtgesellschaft ist aktiv und umfänglich an der Entwicklung eines zukünftigen Nutzungskonzepts eingebunden.
Die Sanierung der Villa Berg auf Basis des vom Gemeinderat beschlossenen Nutzungskonzepts erfolgt im Rahmen des [Sanierungsgebiets **S29 – Stöckach**](/participation/project/77a733da-ccbe-498a-b216-635be5cc8704 "Sanierungsgebiet Stuttgart 29 -Teilbereich Stöckach-").
**Bürgerbeteiligung zum Nutzungskonzept**
In der zweiten Jahreshälfte 2016 fand ein mehrstufiger Beteiligungsprozess zur Zukunft der Villa Berg statt. Eine Projektgruppe aus Bürgerinnen und Bürgern sowie Vertreterinnen und Vertretern der Verwaltung begleitete den Prozess von Anfang an. In drei Workshops wurden Ideen für die zukünftige Nutzung des Gebäudes und des Parks entwickelt und weiter ausgearbeitet.
Die Ergebnisse wurden am 7. Dezember 2016 in einer öffentlichen Abschlussveranstaltung der Bürgerschaft vorgestellt und mit einer Zustimmung von über 90 Prozent angenommen. Die daraus hervorgegangenen Leitlinien zur Nutzung dienen seither als Grundlage für weitere Entscheidungen zur Entwicklung der Villa Berg.
**Leitwerte für die zukünftige Nutzung**
Die zukünftige Nutzung der Villa Berg soll sich an Leitwerten orientieren, die im Rahmen der Bürgerbeteiligung entwickelt wurden.
Ein zentraler Aspekt ist die Offenheit des Ortes. Gebäude und Park sollen grundsätzlich öffentlich zugänglich sein und Menschen unterschiedlicher Lebensrealitäten, Altersgruppen und Herkunft, ansprechen.
Gleichzeitig soll die Villa Berg Raum für Kultur, Austausch und Gastronomie bieten und damit über das Quartier hinaus Strahlkraft entwickeln. Das Rahmenkonzept eines offenen Hauses für **„Musik und Mehr“** bildet hierfür eine inhaltliche Grundlage.
Zugleich spielt die Einbindung in das Quartier eine wichtige Rolle. Ein respektvolles Miteinander von Besucherinnen und Besuchern und Nachbarschaft sowie ein achtsamer Umgang mit Gebäude, Park und Natur sind zentrale Anliegen.
Neben kulturellen Angeboten soll die Villa Berg auch Raum für Begegnung, bürgerschaftliches Engagement und gemeinschaftliche Aktivitäten bieten. Dabei soll das Nutzungskonzept sowohl die Geschichte des Ortes berücksichtigen als auch Raum für neue kulturelle Entwicklungen schaffen.
**Projektstruktur der Landeshauptstadt Stuttgart**
Die Wiederbelebung der Villa Berg und die Aufwertung des umliegenden Parks sind ein anspruchsvolles Vorhaben, das nur durch die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche der Landeshauptstadt Stuttgart sowie der zuständigen Landesbehörden umgesetzt werden kann. Innerhalb der Stadtverwaltung sind mehrere Ämter für unterschiedliche Teilbereiche verantwortlich.
Das **Amt für Stadtplanung und Wohnen** hat das Projekt aus der Taufe gehoben und begleitet es seither als technischer Projektleiter bis zur Fertigstellung, wozu auch das Aufsetzen von neuem Planungsrecht gehört. Das Amt hat auch die ämterübergreifende Gesamtkoordination inne, unterstützt durch ein externes Multiprojektmanagement.
Das **Kulturamt** ist für die betrieblichen und funktionalen Anforderungen, die kulturell-konzeptionelle Ausarbeitung und die zukünftige kulturelle Nutzung und das Management der Villa Berg zuständig. Dazu gehört insbesondere die Weiterentwicklung des Nutzungskonzepts unter dem Leitgedanken eines offenen Hauses für „Musik und Mehr“.
Das **Garten-, Friedhofs- und Forstamt** verantwortet die Planung und Entwicklung der Parkanlagen. Dazu zählen unter anderem Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung, die Weiterentwicklung der Spielbereiche sowie die denkmalgerechte Sanierung der historischen Wasserterrassen.
Das **Tiefbauamt** ist für zentrale infrastrukturelle Maßnahmen auf dem Areal zuständig. Dazu gehören insbesondere die Planung und Umsetzung der Sanierung der Tiefgarage sowie weiterer technischer Anlagen, die für den Betrieb und die Erschließung des Geländes erforderlich sind.
Da es sich bei der Villa Berg und dem umgebenden Park um ein Ensemble von besonderer denkmalpflegerischer und naturschutzfachlicher Bedeutung handelt, erfolgt die Planung zudem in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden. Dazu zählen insbesondere das **Landesamt für Denkmalpflege** sowie die Untere Naturschutzbehörde.
Stadtentwicklung, Stuttgart-Ost, Stadtweit